Mittwoch, 5. August 2015

Rezension: Morgentau; Die Auserwählte der Jahreszeiten - Jennifer Wolf


Erschienen bei Carlsen 
Seiten: 272


© Die Cover- und Zitatsrechte unterliegen dem  genannten Verlag




Erster Satz/ Erste Sätze:

Mein Name ist Maya Jasmine Morgentau und ich bin eine Hüterin der Gaia. Unsere Aufgabe ist es, der Göttin zu dienen und in ihrem Namen hier auf Erden zu sprechen.




Inhalt:

Als die Erde im Jahre 3013 von den Menschen so kaputt gemacht wurde, die Luft verseucht und die Erde vergiftet, begann die Erdgöttin Gaia zu weinen. Ihre Tränen heilten die Erde und Gaia schwor sich, es nie wieder so weit kommen zu lassen.
Von den wenigen Menschen die noch lebten, erwählte sie die klügsten Frauen zu ihren Dienerinnen und somit zu den Anführern der menschlichen Rasse. Sie waren die Hüterinnen der Gaia.

Alle hundert Jahre kommt die Göttin auf die Erde und nimmt ein Mädchen der Hüterinnen mit zu sich in ihr Reich, um sie ihren vier Söhnen vorzustellen, den Jahreszeiten. Sie bekommt eine Woche lang Zeit, um jeden von ihnen kennenzulernen und am Ende darf sie entscheiden, wen von den vier Söhnen sie als Mann wählt. Dabei entscheidet sie sich dafür, hundert Jahre an seiner Seite zu bleiben.

Anmerkung meinerseits (Achtung eventuelle Spoiler!!!) :
Die Hälfte des Buches beschäftigt sich damit, dass sie sich die Männer anschaut. Dabei mag sie anfangs alle, muss aber trotzdem immer nur an einen denken. Dieser behandelt sie aber wie Dreck und im anderen Moment kommen seine Gefühle ans Licht und er will sie unbedingt. Das begründet dieser damit, dass er Angst hat sie zu verlieren. Logisch, er kennt sie ja auch schon sooo lange und kann es nicht ertragen sie zu verlieren. Und das war ihm schon klar, als er sie gerade einmal einen einzigen Moment lang angeguckt hat.
Das wiederum begründet die Autorin damit, dass es sich dabei um die wahre Liebe/ Liebe auf den ersten Blick handelt. An sich ja eine sehr schöne Vorstellung, aber wenn er sie so lieben würde, dann würde er sicherlich erst einmal ihre Nähe suchen. Oder hab ich da etwas unter Liebe falsch verstanden?
Nachdem sie dann das halbe Buch über die Männer betrachtet hat, alle mag und einen als guten Freund betrachtet, trifft sie endlich ihr Entscheidung. Diese ist dann auch noch total dumm und unlogisch. Das Geheule ist groß, denn sie hat die falsche Wahl getroffen und ist todunglücklich. Die zweite Hälfte des Buches beschäftigt sich dann damit, wieder zurück zu ihrem Liebling zu kommen.
Es kommt mir echt so vor, als würde die Autorin einfach nur eine Handlung für das Buch suchen, um überhaupt ein Buch zu schreiben oder um Spannung da rein zu bringen. 



Cover und Klappentext:

Tatsächlich ist das Einzige was ich an dem Buch wirklich richtig loben kann, das wunderschöne Cover, welches mich sofort angesprochen hat. Das Mädchen auf dem Bild passt zur Beschreibung des Charakters und die Blumen im Hintergrund sind auch sehr schön und geben dem Cover noch etwas liebliches. Gefällt mir also wirklich sehr gut.

Der Klappentext ist relativ gut, wenn man das Buch nicht kennt, jedoch auch nicht überragend. Und wenn man das Buch schon gelesen hat, weiß man, dass er nicht ganz stimmt. Ich zitiere: "Von der Erdgöttin Gaia wurde sie dazu auserkoren, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten und einen ihrer Söhne für ein Jahrhundert an sich zu binden...." Ähh? Bitte was? Sie sorgt in keinem Fall dafür, das Gleichgewicht der Natur aufrecht zu erhalten. Ihre einzige Aufgabe ist es, für 100 Jahre die Frau von einem der Jahreszeiten zu werden. Mehr aber auch nicht. (Laut der Autorin besänftigt sie die Jahreszeiten damit. Was vollkommen unlogisch ist. Denn sie kann ja nur einen wählen und die anderen drei fühlen sich dann vielleicht zu unrecht behandelt, was dann genau zu dem Gegenteil führen würde... Aber na guuut. Künstlerische Freiheit und so.)
Und dann der letzte Satz: " Doch hat sie sich für einen entschieden, zahlt sie einen hohen Preis dafür."
... Ich weiß nicht was ich sagen soll, vorallem ohne zu spoilern. Welchen Preis denn bitte? Ist es nicht schon Preis genug, überhaupt einfach irgendeinen Fremden zu heiraten, selbst wenn es eine große Ehre sein soll, einen Halbgott zu heiraten? 
Und der einzige große Preis den sie bezahlen muss, hat sie sich selbst zuzuschreiben.



Schreibstil und Charaktere:

Die meisten Charaktere lernt man nicht richtig kennen. Allerdings hat der Hauptcharakter eigentlich Potential, aber nein... Ihre unendliche Dummheit und anderseits ihre vollkommene Perfektion gehen mir ziemlich auf den Keks. Jeder mag sie und natürlich ist sie (wie klischeehaft) so anders als alle anderen, sie ist ja so besonderes. *Würg*
Zudem versucht sie, die ganze Zeit zu jedem nett zu sein und unbedingt alle zusammen zu bringen. Auch wagt sie es gegen das Wort von Gaias zu sprechen, was eigentlich ein ziemliches Vergehen ist. Aber trotzdem finden es alle überaus toll, denn sie ist ja so anders. Und natürlich fände die Göttin das bei allen anderen schrecklich, bei Maya allerdings überlegt sie es sich anders und geht voll drauf ein. Bravo. 
Die Jahreszeiten sind ja eigentlich ganz nett, aber nicht sonderlich facettenreich, wenn ich es mal ganz nett ausdrücke. Da hätte die Autorin ruhig etwas detailreicher sein können.
Und überhaupt habe ich das Gefühl, die verschiedenen Orte, die Kleidung und andere unnötige  Dinge werden viel mehr beschrieben als die Charaktere und deren Gedanken.

Der Schreibstil der Autorin ist gar nicht mal so schlecht, sie kann eigentlich gut formulieren und einige Stellen sind ganz gut, aber inhaltlich ist es einfach nicht gut. Da kann der Schreibstil auch nicht mehr viel retten.



Meinung/ Fazit:

Ich schätze mal man kann aus meiner Kritik im Laufe der Rezension entnehmen, dass ich das Buch wirklich nicht gut finde. Die Idee ist wirklich nicht schlecht, man hätte da echt was draus machen können. Aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach echt miserabel. 
Ich bin überzeugt davon, dass die Autorin wirklich tolle Bücher schreiben könnte und gute Ideen hat, jedoch sollte sie an der Umsetzung arbeiten.
Zugegeben ich habe nicht gerade produktive Kritik geäußert und deswegen habe ich auch ein leicht schlechtes Gewissen.
Trotzdem könnte ich noch deutlich mehr kritisieren. 
Ich werde mir jedoch eventuell trotzdem den zweiten Teil kaufen und ich hoffe, dass die Autorin ihr Talent da wirklich ans Licht kommen lässt.

Morgentau ist wirklich das schlechteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Ich bin alles andere als begeistert. Und auch ein klein wenig enttäuscht.
Von mir bekommt das Buch 1,5 / 5 Sternen.
Mit der Begründung, dass die Charaktere überaus wenig facettenreich sind, die Handlung sehr unschön ist und mir geheuchelt vorkommt. Diesen eineinhalben Stern bekommt es auch nur, weil ich finde dass die Idee und die Charaktere Potential haben und der Schreibstil eigentlich ganz gut ist.
 Vielleicht bewerte ich ziemlich hart, schon möglich. Aber ich will hier nichts schönreden und kann das Buch auch wirklich nicht weiterempfehlen 


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